3-FTL (3-Fluorothozalinon)

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3-FTL (5-(3-Fluorphenyl)-2-(dimethylamino)-1,3-oxazol-4(5H)-on) ist ein neuartiges synthetisches Stimulans aus der Gruppe der 4-Oxazolidinone und das meta-fluorierte Analogon von Thozalinon.

  • Einheit: 1g

  • Wirkungsweise: Erhöht die synaptische Verfügbarkeit von Dopamin und Noradrenalin; wirkt primär antriebssteigernd, wachmachend und konzentrationsfördernd mit protrahierter Wirkdauer.

  • Toxizität & Gefahren: Wesentliche Risiken umfassen das für Oxazolidinone typische Potenzial für Leberschädigungen (Hepatotoxizität), kardiovaskulären Stress (Tachykardie, Hypertonie), Schlafentzug sowie Schlaflosigkeit und Panikzustände bei Überdosierung.

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Stoffprofil: 3-FTL (5-(3-Fluorphenyl)-2-(dimethylamino)-1,3-oxazol-4(5H)-on)

3-FTL (Synonyme: 3-Fluoro-thozalinon, 3-Fluoro-thozalione, meta-Fluoro-thozalinon) ist ein synthetisches Psychostimulans aus der chemischen Klasse der 4-Oxazolidinone. Es stellt das am Phenylring meta-fluorierte Derivat des historischen Psychotonikums Thozalinon dar und ist strukturell mit Pemolin und Fenozolon verwandt.

1. History and Culture (Geschichte und kultureller Kontext)

  • Entstehung im NPS-Sektor: 3-FTL besitzt keine historische Zulassung als Arzneimittel. Die Substanz entstand als maßgeschneidertes Designer-Stimulans im Graumarkt für Novel Psychoactive Substances (NPS) und Research Chemicals.

  • Prinzip der Halogenierung: Die Einführung eines Fluoratoms an Position 3 (meta-Position) des aromatischen Rings folgt einem etablierten Muster der chemischen Modifikation (analog zu Substanzen wie 3-FPM aus Phenmetrazin oder 4-F-MPH aus Methylphenidat). Ziel dieser Modifikation ist es, bestehende Stoffgruppen- und Einzelstoffverbote zu umgehen und pharmakokinetische Eigenschaften wie Lipophilie und Bioverfügbarkeit zu verändern.

  • Szenekontext: Im Handel wird 3-FTL als funktioneller Nachfolger regulierter Stimulanzien sowie als Alternative zu klassischen Amphetaminen angeboten, adressiert primär Anwender, die nach fokussierenden, weniger euphorischen Stimulanzien suchen („Functional Stimulants“ / Nootropika-Grauzone).

2. Chemistry (Chemie und Struktur)

3-FTL basiert auf dem heterocyclischen 1,3-Oxazol-4(5H)-on-Gerüst. Es trägt an Position 2 eine Dimethylaminogruppe und an Position 5 einen 3-Fluorphenyl-Rest.

          O
          ║
     /¯¯\─C ─── CH ─── (3-Fluorphenyl)
    |    |      │
    \__/──N ═══ C ─── N(CH3)2
          \─── O ──/
Parameter Chemische Spezifikation
Systematischer Name (IUPAC) 5-(3-Fluorphenyl)-2-(dimethylamino)-1,3-oxazol-4(5H)-on
Synonyme 3-FTL, 3-Fluoro-thozalinon, 3-Fluoro-thozalione, 3-F-TL
Stoffklasse 1,3-Oxazol-4-one / 4-Oxazolidinon-Derivate
Summenformel $\text{C}_{11}\text{H}_{11}\text{FN}_2\text{O}_2$
Molekulargewicht 222,22 g/mol (freie Base)
Struktur-Eigenschaften Durch das Fluoratom besitzt 3-FTL eine geringfügig höhere Lipophilie ($\log P$) und eine veränderte Elektronenverteilung am Phenylring im Vergleich zum unhalogenierten Thozalinon ($204{,}23\text{ g/mol}$).

3. Pharmacology (Pharmakologie und Wirkmechanismus)

  • Primärer Wirkmechanismus: 3-FTL moduliert die synaptische Konzentration der Monoamin-Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, vorwiegend über eine Wiederaufnahmehemmung (DAT- und NET-Inhibition) sowie schwache Freisetzungseffekte.

  • Einfluss der Fluorierung: Die meta-Fluorierung am Phenylring schützt die Position vor hepatischen Oxidationsprozessen (wie der para-/meta-Hydroxylierung durch Cytochrom-P450-Enzyme) und kann die Bindungsaffinität zum Dopamintransporter gegenüber der Stammverbindung leicht steigern.

  • Pharmakodynamisches Profil: Wie bei Thozalinon und Pemolin überwiegt die zentralnervöse Aktivierung (Vigilanz, Fokus) gegenüber peripheren kardiovaskulären Effekten, wenngleich sympathomimetische Reaktionen bei Dosissteigerung zunehmen.

4. Subjective Effects (Subjektives Wirkprofil)

  • Kognitive Stimulation: Zunahme der Wachheit, Hinauszögern mentaler Erschöpfung und Steigerung der Konzentrationsfähigkeit.

  • Stimmung & Antrieb: Erhöhte Motivation und subtile Stimmungsaufhellung; im Vergleich zu kurz wirksamen Psychostimulanzien (wie Kokain oder Cathinonen) fehlen meist abrupte euphorische Spitzen („Rushes“).

  • Vegetative Begleiteffekte: Appetitunterdrückung (Anorexie), verlängerte Einschlafzeit bis hin zur Schlaflosigkeit (Insomnie), Mundtrockenheit, erhöhte Herzfrequenz und leichter Blutdruckanstieg.

5. Toxicity and Harm Potential (Toxizität und Risikoprofil)

Da zu 3-FTL keine präklinischen oder klinischen Studien vorliegen, leiten sich die Gefahren aus In-silico-Modellen, toxikologischen Daten der Oxazolidinone und Konsumberichten ab:

  • Hepatotoxizität (Klassenrisiko): Die Leitsubstanz der Gruppe, Pemolin, wurde wegen schwerer, teils tödlicher toxischer Leberschäden weltweit vom Markt genommen. Für fluorierte Oxazolidinone wie 3-FTL besteht bei wiederholter oder hochdosierter Einnahme ein analoges Risiko für Leberzellschädigungen.

  • Kardiovaskuläre Komplikationen: Überdosierungen bergen die Gefahr sympathomimetischer Krisen (Tachykardie, Arrhythmien, hypertensive Entgleisungen).

  • ZNS-Übererregung: Hohe Dosen können Panikattacken, Tremor, Agitation und bei entsprechender Prädisposition Krampfanfälle auslösen.

  • Toleranz & Abhängigkeit: Regelmäßige Zufuhr führt zu Toleranzentwicklung und psychischer Abhängigkeit; abruptes Absetzen nach Dauergebrauch resultiert in Erschöpfung, Dysphorie und Rebound-Hypersomnie.

  • Mischkonsumrisiko: Die Kombination mit anderen Stimulanzien, MAO-Hemmern oder serotonergen/dopaminergen Substanzen erhöht die Toxizität unberechenbar.

6. Legal Status (Rechtlicher Status)

  • Deutschland:

    • Ist nicht namentlich in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgeführt.

    • Fällt nicht unter das NpSG

Nicht für den menschlichen Konsum bestimmt und getestet!

Da wir den Missbrauch der Substanzen nicht verhindern können, erfolgt eine Altersprüfung bei Zustellung.
Auch weisen wir aus Harm-Reduction-Gründen auf folgende zusammengefasste Erfahrungswerte aus Quellen aus dem Internet hin:

Dosierungsbereiche (Oral)

Aufgrund der meta-Fluorierung am Phenylring weist 3-FTL eine leicht erhöhte Lipophilie und metabolische Stabilität im Vergleich zum unhalogenierten Thozalinon auf. Die Potenz ist dadurch geringfügig höher, wodurch die Dosierungsschwellen etwas niedriger ansetzen.

Intensität Einzeldosis (Oral) Beschreibung / Wirkungserwartung
Schwellendosis (Threshold) 3 – 8 mg Subtile Erhöhung der Vigilanz, kaum physisch spürbar
Leichte Dosis 8 – 15 mg Funktionelle Wachheit, Aufhebung von Müdigkeit, subtiler Fokus
Mittlere Dosis 15 – 25 mg Deutliche Steigerung von Antrieb und Konzentration, Unterdrückung von Appetit
Hohe Dosis 25 – 40 mg Stark sympathomimetisch, erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Nebenwirkungen
Kritischer / Toxischer Bereich > 40 – 50 mg Akute Gefahr hypertensiver Krisen, Tachykardie und Panikzustände

Wirkungsverlauf (Kinetik)

  • Wirkungseintritt (Onset): 30 bis 90 Minuten

  • Peak & Plateau: 4 bis 8 Stunden

  • Gesamtwirkdauer: 9 bis 14+ Stunden (durch die Fluorierung tendenziell noch etwas verlängert gegenüber Thozalinon)

  • Nachwirkungen (Residualstimulation): Bis zu 18–24 Stunden (starke Einschlafhemmung)

Essenzielle Harm-Reduction-Regeln

  • Präzisionswaage zwingend: Eine exakt kalibrierte Milligrammwaage ($\pm 0{,}001\text{ g}$) ist unverzichtbar. Dosieren nach Augenmaß führt in diesem Milligrammbereich unweigerlich zur Überdosierung.

  • Strikter Verzicht auf Nachlegen (Redosing): Wegen des langsamen Wirkungseintritts und der sehr langen Halbwertszeit führt frühzeitiges Nachdosieren zu einer toxischen Wirkstoffkumulation im Plasma.

  • Morgendliche Einnahme: Wegen der 10+ Stunden anhaltenden zentralen Stimulation führt jede Einnahme nach den frühen Morgenstunden zu schwerem Schlafmangel.

  • Hepatotoxizitäts-Warnung (Klassenrisiko): Als fluoriertes Oxazolidinon-Derivat teilt 3-FTL das strukturelle Lebertoxizitäts-Risiko von Pemolin. Kein chronischer Konsum; absolute Kontraindikation bei bekannten Leberfunktionsstörungen.

  • Kein Mischkonsum:

    • Andere Stimulanzien / Koffein: Potenzieren die kardiovaskuläre Belastung und das Arrhythmierisiko massiv.

    • MAO-Hemmer: Strikt lebensgefährlich (Gefahr hypertensiver Notfälle und Serotonin-/Noradrenalin-Toxizität).

    • Alkohol & Beruhigungsmittel: Führen zu trügerischer Fehleinschätzung der zentralen Dämpfung.

Symptome einer Überdosierung

Eine Überdosierung von 3-FTL manifestiert sich als schweres sympathomimetisches Toxidrom:

  • Kardiovaskulär: Ausgeprägte Tachykardie (> 130–160 bpm), Blutdruckkrisen (Gefahr von Gefäßrupturen/Schlaganfällen), pektanginöse Beschwerden, Arrhythmien.

  • Zentralnervös & Psychiatrisch: Extreme psychomotorische Unruhe, Verwirrtheit, schwere Panikattacken, paranoid-halluzinatorische Zustände, massiver Tremor, Muskelzuckungen (Kloni) bis hin zu tonisch-klonischen Krampfanfällen.

  • Systemisch:

    • Maligne Hyperthermie: Lebensbedrohlicher Anstieg der Körperkerntemperatur (> 39–40 °C).

    • Rhabdomyolyse: Muskelzerfall durch Daueranspannung und Überhitzung mit Gefahr eines akuten Nierenversagens (brauner Urin).

    • Hepatische Schädigung: Akuter toxischer Leberzelluntergang (oft erst 24–72 Stunden post-exposition messbar).

Akute Erste-Hilfe-Maßnahmen (Vor Ort)

  1. Notruf wählen (112): Sofort Rettungsdienst alarmieren. Meldung: „Verdacht auf Intoxikation mit synthetischem Psychostimulans / fluoriertem Oxazolidinon-Derivat“.

  2. Reizabschirmung: Betroffene Person umgehend in eine abgedunkelte, ruhige Umgebung ohne Lärm bringen, um Reizüberflutung und Krampfanfälle zu minimieren.

  3. Aktive Kühlung: Enge Kleidung entfernen, kalte feuchte Umschläge auf Nacken, Stirn und Leistenregion legen.

  4. Schutz vor Selbstverletzung / Aspiration:

    • Bei Bewusstlosigkeit mit vorhandener Atmung: Stabile Seitenlage.

    • Bei Krampfanfällen: Nicht festhalten, Gegenstände aus der Umgebung wegräumen, Atemwege freihalten.

Klinisch-toxikologisches Notfallmanagement (Ärztliche Versorgung)

Maßnahme Durchführung & Wirkstoff Ziel
Sedierung & Krampfdurchbrechung (First-Line) Benzodiazepine hochdosiert i.v. (z. B. Lorazepam 2–4 mg, Diazepam 5–10 mg oder Midazolam) Dämpfung der zentralen Sympathikusüberaktivität, Senkung von Puls/Blutdruck, Durchbrechung von Krampfanfällen
Temperaturmanagement Aggressive externe Kühlung, gekühlte Infusionen Schutz vor hyperthermiebedingten Organschäden und Hirnödemen
Nierenprotektion Forcierte Volumentherapie mit Vollelektrolytlösungen Forcierte Diurese zur Ausscheidung von Myoglobin bei Rhabdomyolyse
Blutdruckmanagement Vasodilatatoren / $\alpha_1$-Blocker (z. B. Urapidil, Nitoglycerin) Gezielte Blutdrucksenkung (keine reinen $\beta$-Blocker wegen Gefahr überschießender $\alpha$-vermittelter Vasokonstriktion)
Therapieresistente Krämpfe Propofol oder Barbiturate unter Intubations- und Beatmungsbereitschaft Narkoseeinleitung bei Status epileptic
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